Der Eiszeit auf der Spur.
Tag für Tag frischen wir ganz unbewusst eiszeitliche Erinnerungen auf. Wenn wir auf der Strasse fahren, wenn wir mit dem Zug unterwegs sind, wenn wir in den eigenen vier Wänden sitzen, überall treffen wir auf die wichtigsten Baustoffe der Neuzeit: Sand und Kies. Rund 40 Millionen Kubikmeter setzt die Bauwirtschaft jährlich in der Schweiz ein. Ein Teil dieses Berges stammt aus dem Kies-und Betonwerk in Aawangen. Es begann vor unserer Zeit
Die Geduld des Gletschers fertigte das Naturprodukt. Sand und Kies sind Zeugen der Eiszeit. Ihre Reise begann vor Jahrmillionen. Regen, Wind und Frost verwitterte Felsgestein. Im Laufe der Zeit entstand kleinstuckiger Schutt, der durch das Gletschereis und Wasser talwärts getragen wurde. Das kantige Gestein wurde dabei ständig weiter zerkleinert und immer mehr abgerundet. Einst wie auch heute sind die Sand- und Kiesablagerungen Träger und Leiter des Grundwassers. Ein Abbau ist deshalb nur oberhalb des Grundwasserspiegels erlaubt. Die Abbautiefe wird durch die kantonalen Bewilligungsbehörden festgelegt und kontrolliert. Eine Kiesschicht von einigen Metern über dem Spiegel schützt das wertvolle Wasser vor Verschmutzung.
Der Abbau
Pneulader und Bagger fahren vor, um das Rohmaterial abzubauen. Bulldozer stossen die harten Kieskörper uber die Wand hinaus. Pneulader schaufeln das gebrochene Material aus dem Kieskegel und sorgen bereits für eine gute Durchmischung der verschiedenen Sand- und Kiesschichten. Der Abbau erfolgt stufenweise. Aus Sicherheitsgründen muss eine Maximalhöhe der Kieswand eingehalten werden. Förderbänder oder Dumper (LKWs) transportieren das Kies-Sandgemisch zum Kieswerk, wo es gebrochen, gewaschen und dann als einzelne Komponenten auf Zwischenlagern deponiert wird, bevor es als Baumaterial an den Einsatzort gelangt.
Neue Nutzungsformen
Wo einst der Gletscher ruhte, amtet heute die Natur. Die abgebauten Kiesgrubenflächen werden laufend rekultiviert. Dabei entstehen neue Naturreservate, Landwirtschaftsflachen, durch Auffullung und Aufforsten neue Wälder oder Biotope, die als Lebensraum bedrohter Tierarten dienen.
